Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat im April 2019 den "Gesundheitsreport Bayern: 2/2019 - Update Demenzerkrankungen" veröffentlicht. Darin werden aktuelle Zahlen für Bayern zum Thema "Demenz und Alter", "Häufigkeiten und Demenz" und "Unterstützung und Versorgung" bekannt gegeben. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/gesundheitsberichterstattung/themen/index.htm

Aktuell gibt es in Bayern ca. 240.000 Menschen mit Demenz über 65 Jahre (Deutschlandweit ca. 1,7 Mio.)

Bei gleichbleibendem Erkrankungsrisiko ist ein Anstieg der Zahl von Menschen mit Demenz in Bayern zu erwarten:

  • Bis 2026 auf ca. 290.000
  • Bis 2030 auf über 300.000
  • Bis 2036 auf ca. 340.000

Es sind mehr Frauen /ca. 2/3) als Männer von einer Demenz betroffen.


Die ärztliche Versorgung von Menschen mit Demenz erfolgt überwiegend durch niedergelassene Haus- und Fachärzte. Die Erstdiagnose Demenz wird fast ausschließlich in dem ambulanten Bereich gestellt und hier zu 2/3 vom Hausarzt.

In Bayern gibt es ca. 750.000 pflegende Angehörige (lt. GEDA-Studie). Über 70 % der pflegenden Angehörigen sind Frauen (lt. Bayerischer Demenz Survey).

Ca. 60 % der Menschen in Deutschland, die in einem Pflegeheim leben, haben eine Demenzdiagnose (Analyse der AOK-Versicherten, Schwinger et al. 2018). Auf stationär Pflegebedürftige ab 65 Jahren in Bayern übertragen wären dies ca. 60.000 Personen. Ungefähr die Hälfte der Demenzpatienten wird spätestens 1 Jahr nach Erstdiagnose stationär gepflegt.

Als Hauptdiagnose im Krankenhaus spielen Demenzerkrankungen kaum eine Rolle. In Bayern gab es 2017 4.963 stationäre Behandlungsfälle (2906 Alzheimer, 855 vaskuläre Demenz, 1202 nicht näher bezeichnete Demenzen).

Als Nebendiagnose (Komorbidität) im Krankenhaus, bei Behandlungen aus anderen Anlässen, spielen Demenzen dagegen eine wichtige Rolle, da die Behandlung durch die Demenz erschwert wird. In Bayern gab es 2017 mehr als 120.000 stationäre Fälle von über 65-Jährigen mit Nebendiagnose Demenz (entspricht ca. 10% aller vollstationären Fällen dieser Altersgruppe)


Durch Demenzerkrankungen entstehen jährlich hohe Kosten.

  • Deutschland (2015): ca. 16 Mrd. Euro
  • In Bayern (2015): ca. 2,6 Mrd. Euro

Die Kosten einer Demenzerkrankung liegen nach der AgeCoDe-Studie bei einer leichten Demenz bei ca. 15.000 Euro pro Person und Jahr, bei einer mittelschweren Demenz bei ca. 32.000 Euro pro Person und Jahr und bei einer schweren Demenz bei ca. 42.000 Euro pro Person und Jahr


Regierungsbezirke

Schätzungen nach EuroCoDe

(Alter ab 65 Jahre)

Diagnosen bei GKV-Versicherten (KVB-Daten, alle Altersgruppen)

 

 

Absolut

Prozentual

Oberbayern

83.800

70.000

1,9 %

Niederbayern

23.000

26.200

2,6 %

Oberpfalz

20.500

21.800

2,4 %

Oberfranken

22.000

23.000

2,6 %

Mittelfranken

33.400

35.500

2,4 %

Unterfranken

26.000

24.600

2,2 %

Schwaben

35.600

30.300

2,0 %