Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern bearbeitet in drei Arbeitsbereichen Fragestellungen aus den Themenbereichen Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag (AUA) und Beratung in der Pflege (insbesondere Fachstellen für pflegende Angehörige und Pflegestützpunkte).

Im Folgenden sollen in Kürze die allgemeinen Aufgaben der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern beschrieben werden.

Arbeitsbereichsübergreifende Aufgaben

Vernetzung

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern vernetzt sich mit landesweiten tätigen Netzwerken aus dem Gesundheits- und Pflegebereich sowie dem Altenhilfebereich.

Sie bindet die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege in bestehende Netzwerke ein bzw. unterstützt sie beim Aufbau von Netzwerken in der jeweiligen Region. Dazu nutzt sie bekannte Strukturen und Kontakte und erweitert diese um weitere potentielle Akteurinnen und Akteure. Dabei sollen Doppelstrukturen vermieden werden, d.h. an bereits gut funktionierende Netzwerke ist ein Anschluss möglich oder neue Netzwerke sind zu gründen.

Schulungen, Fortbildungen, Fachveranstaltungen und Fachvorträge

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern führt Workshops, Fachtage und Veranstaltungen für Fachkräfte und pflegende Angehörige bzw. nahestehende Pflegepersonen durch.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege initiieren regionale Veranstaltungen zu den Themenbereichen Angebote für Menschen mit Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege bzw. beteiligen sich aktiv daran. Darüber hinaus werden Fachvorträge für unterschiedliche Akteursgruppen, wie beispielsweise Kommunen, Wohlfahrtsverbände, private Initiatorinnen und Initiatoren, ggf. in Kooperation mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern, angeboten.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern beteiligt sich an landesweiten und überregionalen Aktionen, wie Bayerische Demenzwoche, Fachtage Demenz, FTD Week u.a. und Messen/Veranstaltungen.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Öffentlichkeitskonzept der landesweit agierenden Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern sowie der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege richtet sich an verschiedene Adressaten mit dem Ziel, einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit Menschen mit Demenz voranzutreiben und damit Menschen mit der Erkrankung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Zudem gilt es, vorhandene Teilhabe- und Versorgungsstrukturen, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratungsangebote in den Regionen auf- und auszubauen bzw. bekannter zu machen.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern übernimmt die landesweite Außendarstellung, die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege wirken insbesondere regional.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege informiert die Öffentlichkeit über ihre Arbeit. Sie betreibt eine stets aktuelle Website, auf der sie zu ihren Aufgabenbereichen informiert. Zudem findet sich eine bayernweite Angebotslandkarte. Mindestens einmal im Montag publiziert die Fachstelle für Demenz und Pflege einen elektronischen Newsletter.

Begleitung der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern unterstützt die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege. Sie koordiniert die Zusammenarbeit, es erfolgt eine fachliche Beratung und Unterstützung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege werden durch die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern im Rahmen einer Qualifizierung auf das jeweilige Aufgabengebiet vorbereitet.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern  steht den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege als ständiger Begleiter in allen Fragen rund um die Themen Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege zur Verfügung. Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege sind die Plattform für Wissenstransfer in den Bereichen Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege im jeweiligen Regierungsbezirk.

Zusammenarbeit mit dem Auftragnehmer der wissenschaftlichen Begleitung

Der Aufbau der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern und der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege werden von Seiten der Evangelischen Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung erstreckt sich auf alle Aspekte des gesamten Projekts. Es erfolgt ein regelmäßiges fachliches Feedback mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg.

Arbeitsbereich Demenz

Wissenstransfer in die Praxis

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern informiert in Veröffentlichungen und auf der Webseite und unterscheidet diese in allgemeine Informationen, Informationen für Betroffene und Informationen für Träger.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern gewährleistet den Transfers der aktuellen Erkenntnisse der Grundlagen- und Versorgungsforschung im Bereich Demenz in die Praxis und ist zudem Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sowie Impulsgeber zur Weiterentwicklung der Bayerischen Demenzstrategie.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern informiert insbesondere die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege über neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die von den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege je nach Bedarf in Praxiskonzepte überführt werden.

Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg, die die Fachstelle für Demenz und Pflege wissenschaftlich begleitet.

Zielgruppenspezifische Erstellung von Arbeitshilfen

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern erstellt Arbeitsmaterialien, Handreichungen und Arbeitshilfen. Diese sind in Druckform und online verfügbar. Sie dienen dem Wissenstransfer und dem besseren Verständnis einer dementiellen Erkrankung.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern entwickelt Workshops für verschiedene Adressaten, z.B. für den Einzelhandel (wie Supermarkt, Bäcker, Metzger), Arztpraxen und Apotheken), öffentliche Verwaltungen (wie Bürgerämter, Friedhofsamt, Standesamt), öffentliche Veranstalter von Kultur- und Freizeitangeboten (wie Opernhäuser, Konzertveranstalter) sowie Polizeidienststellen. Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege führen diese, in Kooperation mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern, in den Regionen durch.

Landes- und bundesweite Vernetzung und Kooperation

Die Fachstelle für Demenz und Pflege engagiert sich in der Vernetzung im Rahmen ihrer Tätigkeit mit landes- und bundesweiten Partnern. Dies fördert die Transparenz und ist die Grundlage für regelmäßigen Austausch. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern nimmt an bundes- und landesweiten Veranstaltungen zum Thema teil.

Sie vernetzt sich mit bundes-/landesweiten Koordinierungsstellen und kooperiert mit bayerischen Hochschulen.

Einmal jährlich findet ein Fachtag Demenz für pflegende Angehörige statt.

Zudem beteiligt sich die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern auch an der regelmäßig stattfindenden „Bayerischen Demenzwoche“, die im Jahr 2020 vom 18. bis 27. September 2020 stattfinden wird. Unterstützen auch Sie die Umsetzung der Bayerischen Demenzstrategie und beteiligen sich aktiv an der zweiten Bayerischen Demenzwoche. Weitere Infos https://www.stmgp.bayern.de/pflege/demenzwoche/

Arbeitsbereich Angebote zur Unterstützung im Alltag

Entwicklung von Strategien zur (Weiter-) Entwicklung der Angebote zur Unterstützung im Alltag

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern wird in Zusammenarbeit mit den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege Strategien zum Auf- und Ausbau von Angeboten zur Unterstützung im Alltag erarbeiten - insbesondere auch mit Fokus auf ländliche Regionen mit bisher wenigen Angeboten. Eine Ist- Analyse für jeden Regierungsbezirk ist die Grundlage, um lokale Bedarfe zu identifizieren.

Darüber hinaus werden (potenzielle) Träger bei der Gründung und Erhaltung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag beraten und unterstützt. Das umfasst sowohl Informationsweitergabe, fachliche Beratungen, Unterstützung bei der Konzepterstellung, Erschließen von Fördermöglichkeiten und Unterstützung bei der Antragstellung bzw. Schulung. Derzeit besteht dieses Angebot bei der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern, wird aber sukzessive auf die regionalen Fachstellen für pflegende Angehörige übertragen.

Zudem werden neue Ideen und Projekte zur Weiterentwicklung der Aufgabenbereiche entwickelt, mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern abgestimmt und entsprechend weiterverfolgt.

Zielgruppenspezifische Veranstaltungen und Arbeitshilfen

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege bieten bedarfsgerechte Informationsveranstaltungen und Workshops, insbesondere für Träger von Angeboten
zur Unterstützung und Beratung in der Pflege, an. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern unterstützt die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege bei Vorbereitung und Erarbeitung der notwendigen Materialien.

Darüber beteiligt sich die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern gerne an landesweiten Veranstaltungen und überregionale Tagungen im Themenfeld.

Die Erfahrungen, die im Laufe des Projektes sowohl mit gelungenen Interventionen als auch mit schwierigen Situationen und deren Lösungen gemacht werden, werden durch die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern dokumentiert und in Arbeitshilfen aufgearbeitet.

Dies gilt auch für den Beratungs- und Schulungsbedarf einschließlich der Inhalte und Methoden und das von unterschiedlichen Kooperationspartnerinnen und -partnern eingebrachte Knowhow, das ähnlichen Initiativen zur Verfügung gestellt wird.

Jährlich veranstaltet die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern den Fachtag „Angebote zur Unterstützung im Alltag“. Zudem können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Werkstattgesprächen (= Austauschtreffen) im ihrem Arbeitsschwerpunkt zu Angeboten zur Unterstützung im Alltag austauschen.

Wahrnehmung der Angebote zur Unterstützung im Alltag in der Öffentlichkeitsarbeit

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern setzt sich für eine breitere Wahrnehmung der Angebote zur Unterstützung im Alltag und der Nutzung des Entlastungsbetrags in Bayern ein. Die Angebote zur Unterstützung im Alltag stellen für pflegebedürftige Menschen und pflegende Angehörige bzw. nahestehende Pflegepersonen eine wichtige Form von Betreuung und Entlastung dar.

Arbeitsbereich Beratung in der Pflege

Bayern zeichnet sich durch seine vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen aus. Die Vernetzung der Angebote ist von besonderer Bedeutung, um Beratung aus einer Hand anbieten zu können. Dabei ist die Vernetzung von neuen mit bereits vorhandenen Beratungsstrukturen in der Pflege, wie beispielsweise den gut etablierten Fachstellen für pflegende Angehörige, von besonderer Bedeutung.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern berät Fachstellen für pflegende Angehörige bzgl. einer möglichen Förderung nach dem Bayerischen Netzwerk Pflege. Der Freistaat Bayern gewährt nach Maßgabe der Richtlinie für die Förderung im „Bayerischen Netzwerk Pflege“ und der allgemeinen haushaltsrechtlichen Bestimmungen Zuwendungen für die Angehörigenarbeit im „Bayerischen Netzwerk Pflege“.

Darüber hinaus berät die Fachstelle für Demenz und Pflege interessierte Kommunen zu Pflegestützpunkten und möglichen Förderungen. Aufgabe der Pflegestützpunkte ist es, für die Bürgerinnen und Bürger Information und Beratung zu allen Fragen im Vor- und Umfeld der Pflege sowie die Vernetzung der Angebote unter einem Dach zu bündeln. In den seit November 2019 gültigen Fördergrundsätzen sind die Details zur Förderung der Pflegestützpunkte geregelt.

Für neu gegründete Pflegestützpunkte kann eine einmalige Anschubfinanzierung von bis zu 20.000 Euro beantragt werden. Diese Summe erhöht sich um weitere 3.000 Euro bei einer räumlichen Anbindung des Pflegestützpunktes an eine Fachstelle für pflegende Angehörige. Für neue und bestehende Pflegestützpunkte werden darüber hinaus bis zu 15.000 Euro pro Maßnahme der Vernetzungsarbeit und des Wissenstransfers bereitgestellt. Für die Abwicklung des Förderverfahrens ist das Bayerische Landesamt für Pflege (LfP) im Amberg zuständig. Antragsformulare und weitere Hinweise sind auf der Homepage des LfP unter www.pflegestuetzpunkte.bayern.de zu finden.

Pflegende Angehörige und vergleichbar nahestehende Pflegepersonen erhalten bei der Fachstelle für Demenz und Pflege Ansprechpartner in ihrer Region (z.B. Fachstellen für pflegende Angehörige und Pflegestützpunkte).

Einmal jährlich veranstaltet die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern einen Fachtag „Beratungsangebote in der Pflege“.