Unser Fachtag zur Demenzprävention stieß auch dieses Jahr wieder auf großes Interesse Ihrerseits.
In vier sehr interessanten und kurzweiligen Vorträgen erfuhren wir, was unser Gehirn gesund hält und so die Kognition verbessert. Wertvoll war auch zusehen, dass Lebensstilveränderungen zur Demenzprävention auch gleichzeitig das Leben an sich schöner machen können.
Im ersten Vortrag erfuhren wir von Prof. Sebastian Köhler, Professor für Neuroepidemiologie an der Uni Maastricht und Alzheimerpreis Gewinner 2024 der Hans und Ilse Breuer Stiftung, dass wir über die Veränderung von derzeit 14 identifizierten Präventionsfaktoren unser Risiko für eine demenzielle Erkrankung um 40-45% reduzieren können. Er zeigte, dass ein gesunder Lebensstil ein enormes Potenzial hat, die Konnektivität des Gehirns zu fördern und eine sog. Hirnreserve auszubauen. Er verdeutlichte uns, dass alles, was gut fürs Herz ist, auch gut für unser Gehirn ist. Im Weiteren erfuhren wir die Potenziale von Ernährung und Bewegung, zudem gab er uns den Tipp, neugierig zu bleiben.
Frau Dr. Francisca-Saveria Rodriguez vom DZNE Greifswald zeigte uns anhand ihrer Studien, wie soziale Kontakte, die Selbstwirksamkeit und Kognition verbessern können. Sie sensibilisierte uns dafür, sich möglichst zusammen mit Anderen schöne Momente zu schaffen und Menschen mit Demenz, aber auch allen anderen, mit einem Lächeln, Berührungen, gemeinsamen Freizeitaktivitäten (z.B. Spielen) zu begegnen und Teilhabe zu ermöglichen.
Laura Elani Schulte, Sport- und Bewegungsgerontologin von der LVR-Klinik Köln, Arbeitsgruppe Gerontopsychiatrie in Bewegung, verdeutlichte, dass jede Bewegung besser ist als keine - denn Studien zeigen, dass diese die Gehirngesundheit um 30% verbessern kann. Sie zeigte uns einfache Übungen, die die Ausdauer, Kraft und Koordination älterer Menschen fördern und eine wahre „Polypille“ der Prävention sein kann.
Ines Heindl, emeritierte Professorin für Ernährungswissenschaft der Europa Uni Flensburg, brachte uns in einem sehr persönlichen Vortrag ihre Zusammenhänge zwischen Essen- Emotionen und Gesundheit, sowie Essen in Gemeinschaft näher. Auf dieser Basis erklärte sie uns alle derzeit wichtigen Präventionsfaktoren, um das Immunsystem/Mikrobiom zu stärken (60% unseres Immunsystems liegt im Darm) und Entzündungen zu verringern. Sie zeigte auf, dass verarbeitete Lebensmittel, Fructose, Zucker, ungesunde Fette, Geschmacksverstärker, sowie fehlende Ballaststoffe, Mikrobiotika und Esspausen (Stichwort Autophagie) nicht gesundheitsförderlich sind.
Wir bedanken und bei allen referierenden für diesen tollen, inspirierenden Fachtag!
Gerne stellen wir Ihnen die Präsentationen der Referenten zur Verfügung:
Demenzprävention – Wie halte ich mein Gehirn gesund? - Prof. Dr. Sebastian Köhler, PhD
Präventive Wirkung von psychosozialen Interventionen - PD Dr. Francisca-Saveria Rodriguez, M.Sc.
Aktiv bleiben – Mit Bewegung und Sport gegen Demenz - Laura Elani Schulte, M.Sc.