Dieser Fachtag war in vielerlei Hinsicht ein Highlight: er war einer unserer meistbesuchten Fachtage und wir hatten eine überwältigende Resonanz!
Dazu beigetragen haben Sie mit Ihren zahlreichen Anmeldungen und Rückmeldungen aber natürlich auch die Referenten mit Ihren tollen Vorträgen und Ihrem kollegialen Umgang untereinander – ging es doch allen Referenten um dasselbe: Jeder Mensch kann kommunizieren, wenn das Angebot passt und die Haltung durch Wertschätzung, Achtung und Respekt vor dem Menschen geprägt ist.
Dr phil. Sven Lind, Diplom Psychologe, Fachbuchautor und Gerontologischer Berater, erklärte uns eindrücklich, welche Wahrnehmungsstörungen im Rahmen einer Demenz auftreten können und welche Umgangsformen hier zielführend sind. Er appellierte an die Zuhörer, das ggf harte Leben eines Erkrankten aufgrund von fehlenden Realitätsfiltern (die er eindrücklich erklärte) und fehlender Emotionsregulierung über den Umgang und die Milieugestaltung zu kompensieren, um so Lebensqualität zu gewährleisten.
Herr Prof. Dr Michael Boßle von der TH Deggendorf, Prof. für Pflegepädagogik und Klinikclown, bot hier eine valide Umgangsform an und berichtete vom Projekt CAsheW: Clownsinterventionen in Altenhilfeeinrichtungen. Er zeigte uns welche unglaublichen Ressourcen das Thema Humor nicht nur für Patienten/Bewohner hat, sondern auch für das Personal. Geht es hier doch nicht um das bloße „Veralbern“ von Menschen, sondern um einen wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe, der ganz neue Spielräume eröffnet.
Von Hubert Jäger, Praxisanleiter Basale Stimulation, stammt der eingangs geschriebene Satz, dass jeder Mensch kommunizieren kann, wenn das Angebot paßt. Hier öffnete er für uns weitere körperorientierte Möglichkeiten der Kommunikation mit Menschen mit Demenz sehr eindrücklich. Oder kannten Sie zuvor den Körpersinn, den Schwingungssinn und den Gleichgewichtssinn?
Abschließend durften wir uns von Erich Schützendorf, Diplom Pädagoge und Fachbuchautor, ins Anderland entführen lassen – er erzählte uns eindrucksvoll in einer Art Reisetagebuch, was passiert, wenn Menschen aus Normalien ins Anderland reisen. Zur Überwindung dieser scharfen Grenze lud er uns ein eine Haltung als Ethnologe einzunehmen (mitgehen, schauen und respektvoll und neugierig lernen) und bat uns nicht als Entwicklungshelfer oder gar Eroberer ins Anderland zu reisen. Er berührte uns sehr mit seiner bildhaften zärtlichen Sprache!
Alle Referenten bieten neben Vorträgen auch Fortbildungen zu Ihren Themen an!
Gerne stellen wir Ihnen die Präsentationen bzw. Kontaktdaten der Referenten zur Verfügung:
Umgangsformen mit dementiell Erkrankten auf der Grundlage von Wahrnehmungsstörungen
Dr. phil. Sven Lind
Narrenfreiheit: Humor als Schmiermittel für gelingenden Kontakt
Prof. Dr. Michael Bossle MSc.,
weitere Links:
Gesamtabschlussbericht des Projekts CAsHeW:
ttps://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Gesundheit/Berichte/Abschlussbericht_final_geschwaerzt_bf.pdf
Video Clowns im Heim:
https://www.youtube.com/watch?v=ZuCY7Q2udpo&t=11s
Fortbildungsangebot Humor und Pflege:
https://www.humpf.org/
Kommunikation mit Menschen mit Demenz im Kontext der Basalen Stimulation
Hubert Jäger
Der Ton macht die Musik – Ansprache und Begegnung im Anderland
Erich Schützendorf, Kontakt: e.schuetzendorf@web.de