Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern berät Fachstellen für pflegende Angehörige bzgl. einer möglichen Förderung nach dem Bayerischen Netzwerk Pflege. Der Freistaat Bayern gewährt nach Maßgabe der Richtlinie für die Förderung im „Bayerischen Netzwerk Pflege“ und der allgemeinen haushaltsrechtlichen Bestimmungen Zuwendungen für die Angehörigenarbeit im „Bayerischen Netzwerk Pflege“.

Darüber hinaus berät die Fachstelle für Demenz und Pflege interessierte Kommunen zu Pflegestützpunkten und möglichen Förderungen. Aufgabe der Pflegestützpunkte ist es, für die Bürgerinnen und Bürger Information und Beratung zu allen Fragen im Vor- und Umfeld der Pflege sowie die Vernetzung der Angebote unter einem Dach zu bündeln. In den seit November 2019 gültigen Fördergrundsätzen sind die Details zur Förderung der Pflegestützpunkte geregelt.

Für neu gegründete Pflegestützpunkte kann eine einmalige Anschubfinanzierung von bis zu 20.000 Euro beantragt werden. Diese Summe erhöht sich um weitere 3.000 Euro bei einer räumlichen Anbindung des Pflegestützpunktes an eine Fachstelle für pflegende Angehörige. Für neue und bestehende Pflegestützpunkte werden darüber hinaus bis zu 15.000 Euro pro Maßnahme der Vernetzungsarbeit und des Wissenstransfers bereitgestellt. Für die Abwicklung des Förderverfahrens ist das Bayerische Landesamt für Pflege (LfP) im Amberg zuständig. Antragsformulare und weitere Hinweise sind auf der Homepage des LfP unter www.pflegestuetzpunkte.bayern.de zu finden.

Einmal jährlich veranstaltet die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern einen Fachtag „Beratungsangebote in der Pflege“.

„Bayerischen Netzwerk Pflege“

Zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen stehen in Bayern derzeit rund 110 Fachstellen für pflegende Angehörige beratend zur Verfügung. Durch psychosoziale Beratung, begleitende Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen von älteren pflegebedürftigen Menschen soll die Fachstelle für pflegende Angehörige verhindern, dass die Angehörigen durch die oft lang andauernde Pflege selbst erkranken und zum Pflegefall werden (Angehörigenarbeit).

Der Freistaat Bayern gewährt nach Maßgabe der Richtlinie für die Förderung im „Bayerischen Netzwerk Pflege“ und der allgemeinen haushaltsrechtlichen Bestimmungen Zuwendungen für die Angehörigenarbeit im „Bayerischen Netzwerk Pflege“.

Zweck der Förderung ist es, ein auf Dauer angelegtes und landesweites Angebot für pflegende Angehörige sicherzustellen, dass die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI oder das Versorgungsmanagement nach § 11 Abs. 4 SGB V ergänzt.

Neben Angehörigen können auch sonstige nicht erwerbsmäßige Pflegepersonen und auch Betroffene beraten werden. Pflege umfasst auch die Betreuung von Personen im Sinn des § 45a SGB XI, insbesondere von Menschen mit Demenzerkrankung.

Aufgabe der Fachstelle für pflegende Angehörige ist es, kontinuierlich und in offener Zusammenarbeit - mit allen am Pflegenetzwerk Beteiligten - Angehörige psychosozial zu beraten, zu entlasten und zu unterstützen.

Hierzu gehören insbesondere

  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Betroffenen und Angehörigen sowie mit allen am Pflegenetzwerk beteiligten Personen,
  • Aktivierung des persönlichen Umfelds,
  • neutrale Information und Beratung über Hilfsangebote und deren Finanzierung,
  • Unterstützung bei Behördenangelegenheiten,
  • Öffentlichkeitsarbeit.

 

Hospizarbeit ist keine Angehörigenarbeit im Sinn des „Bayerischen Netzwerk Pflege“.

Fördervoraussetzungen

Voraussetzung für die Förderung der Fachstelle für pflegende Angehörige ist, dass

  • eine Fachkraft mit mindestens 50 v. H. der tarifvertraglichen Arbeitszeit in der Angehörigenarbeit, einschließlich der Organisation und Begleitung von Angehörigengruppen und Angeboten zur Unterstützung im Alltag, soweit diese ehrenamtlich erbracht werden, tätig ist, die nicht zugleich als Pflegedienstleitung agiert,
  • die Fachkräfte fortgebildet werden und Supervision/Praxisberatung erhalten können,
  • eine Zusammenarbeit mit anderen sozialen Diensten, insbesondere mit den örtlichen Pflegeeinrichtungen, sowie mit den in Betracht kommenden Behörden und Stellen (insbesondere den Krankenkassen, Pflegekassen, Sozialämtern, Gesundheitsämtern) erfolgt,
  • die Fachstelle für pflegende Angehörige regelmäßig erreichbar ist,
  • sie nach außen als „Fachstelle für pflegende Angehörige“ erkennbar ist und
  • Hausbesuche durchgeführt werden.

 

Bei erstmaliger Förderung ist darüber hinaus die Bereitschaft erforderlich, sich ggf. räumlich mit einem Pflegestützpunkt zu verbinden. Im Einzugsbereich eines Pflegestützpunkts werden keine neuen Fachstellen für pflegende Angehörige gefördert, die vom Pflegestützpunkt räumlich getrennt sind.

Art und Umfang der Förderung

Die staatliche Zuwendung wird als Festbetragsfinanzierung im Rahmen einer Projektförderung gewährt.

Die Förderpauschale wird insbesondere für fortgebildete Pflegefachkräfte sowie für diplomierte und graduierte Sozialpädagoginnen beziehungsweise Sozialpädagogen und Sozialarbeiterinnen beziehungsweise Sozialarbeiter und vergleichbare akademische Qualifikationen gewährt, die aufgrund mehrjähriger Berufstätigkeit mit den Hilfemöglichkeiten für pflegende Angehörige vertraut sind oder an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen haben.

Höhe der Förderung

Die Förderpauschale beträgt für eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft jährlich bis zu einschließlich 17.000 Euro.

Bei einer räumlichen Anbindung an einen Pflegestützpunkt erhöht sich die Förderpauschale für höchstens eine Fachkraft für insgesamt maximal drei Jahre um jährlich bis zu 3.000 Euro. Die räumliche Anbindung ist durch eine Bescheinigung des Pflegestützpunkts nachzuweisen. Bei Teilzeitkräften reduziert sich die Förderpauschale entsprechend.

Je 100.000 Einwohner ist eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft (je Landkreis mindestens eine Fachkraft, je kreisfreie Stadt mindestens eine halbe Fachkraft) oder eine entsprechende Zahl von Teilzeitbeschäftigten förderfähig. Die Zuwendung verringert sich anteilig für jeden Monat des Bewilligungszeitraums, in dem eine vorgesehene Fachkraft nicht beschäftigt wird.

Antrags- und Bewilligungsverfahren

Für die Abwicklung des Förderverfahrens ist das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) zuständig.

Der Träger reicht den Antrag bis spätestens 31. Dezember des dem Förderjahr vorangehenden Jahres beim ZBFS ein. Das Förderjahr beginnt jeweils am 1. Januar und endet spätestens am 31. Dezember desselben Jahres. Die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn gilt mit der Antragstellung allgemein als erteilt.

Bitte verwenden Sie die Vordrucke des ZBFS für die Antragsstellung.

Verwendungsnachweis

Der Verwendungsnachweis ist bis spätestens 1. April des Folgejahres dem ZBFS, das die Prüfung in eigener Zuständigkeit und Verantwortung vornimmt, vorzulegen. Die beim ZBFS erhältlichen Vordrucke sind zu verwenden.

Durch Vorlage geeigneter Unterlagen ist nachzuweisen, dass die geförderten Fachkräfte wie vorgesehen, beschäftigt waren. Der Träger bestätigt, dass die Kräfte im geförderten Umfang ausschließlich in der Angehörigenarbeit tätig waren.